Später als in früheren Jahren, nämlich erst am 2.März,
stand in diesem Winter das mittlerweile schon legendäre Ski-Wochenende der
Leichtathletik-Riege auf dem Jahresprogramm. Vermutlich war auch dies mit ein
Grund, weshalb sich im Gegensatz zu früher dieses Mal lediglich 15 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer angemeldet hatten. Dies hatte jedoch den Vorteil, dass das Ganze
viel familiärer und persönlich war als auch schon.
Wir machten uns am Freitagabend also auf die Socken und fuhren mit einem kleinen
Reisecar von Oberentfelden via St. Margrethen (Nachtessenshalt), den Arlbergtunnel
und Innsbruck nach Ried im Zillertal. Kurz vor 23.00 Uhr erblickten wir unsere
Gastgeberin Leni, die uns sogleich die Zimmer in ihrer Pension zuteilte. Ganz
ohne Zwischenfall ging dies nicht, denn als sie merkte, dass sich da zwei Männer
und zwei Frauen ein Viererzimmer teilten, war ein Stossgebet nicht zu überhören.
Immerhin hat sie den beiden Männern den weisen Ratschlag gegeben, sie sollen
doch das Zimmer jeweils kurz verlassen, wenn die Frauen sich umziehen... Die
traditionelle Pizza und ein kühles Bier im heimischen Pub rundeten dann den
ersten Tag ab.
Der Samstagmorgen hielt nicht, was er versprochen hatte - aber für einmal im
positiven Sinne: entgegen der Wettervoraussagen genossen wir zumindest am
Vormittag Sonnenschein und wunderbare Schneeverhältnisse, so dass das Ski- und
Snowboardfahren auf den breiten Pisten im Zillertal ein wahres Vergnügen war.
Nach dem Mittagessen im Bergrestaurant wurde die Sicht dann immer schlechter,
so dass wir uns rechtzeitig in die berühmt-berüchtigte "Kaltenbacher Schi-Hütte"
verschoben und genüsslich an einem (oder zwei) Jagatees nippelten. Für einmal
waren wir nicht die lautesten, sass doch am Nebentisch noch die "Willisauer
Landjugend" und machte uns in dieser Beziehung für einmal ziemlich Konkurrenz.
Irgendwie mussten ja dann alle wieder hinunter kommen - der Vorteil dieser
Skihütte liegt darin, dass sie nicht weit von der Bergstation der Seilbahn
entfernt liegt und daher nach deren Verlassen niemanden mehr zu langen Skifahrten
zwingt. Da es in diesem Jahr aber - zumindest bis zu jenem Zeitpunkt - keine
wüsten Bilder gab und für einmal auch genug Schnee lag, fuhren die meisten bis
zur Mittelstation. Wabo hatte dann die gloriose Idee, man könnte ja mal nach
ganz unten fahren - wenn die Piste gesperrt sei, dann könnten wir ja sonst wo
durchfahren... mit seiner Überredungskunst gelang es ihm, noch zwei Boarder
und zwei Skifahrer zu überzeugen, so dass diese fünf über Nassschneefelder
und Kuhweiden, durch Wälder und Büsche, über Strassen, Zäune und selbst durch
Bäche versuchten, sich einen möglichst optimalen Weg in die Niederungen des
Zillertals zu bahnen. Das Ganze war ein Riesengaudi, wurde doch der Schnee
immer knapper, der Boden immer grüner und die Skier und Boards immer brauner...
geschafft waren bzw. hatten es dann schliesslich alle, und Wabos Bier liess
die Strapazen wieder vergessen.
Nach dem vom Haus spendierten Obstler war dann schon das Nachtessen an der
Reihe, welches wie immer im Gasthof Post eingenommen wurde. Zwei aus unserer
Gruppe hatten es dann allerdings relativ schwierig, den wie immer sehr feinen
Festschmaus auch wirklich geniessen zu können - wahrscheinlich waren die
Spätfolgen des Obstlers daran schuld... Für diejenigen, die nach dem Essen noch
genügend Energie hatten, ging der Abend im "Badwandl" weiter, einer riesigen
Disco im Nachbardorf, wo die letzten bis in die frühen Morgenstunden blieben.
Der Sonntag war dann wetter- und schneemässig nicht mehr ganz so toll, zudem
waren die Pisten richtiggehend übervölkert, so dass wir halt des öfteren einen
kurzen (?) Halt im Bergrestaurant einschalteten. Zum Abschluss trafen sich dann
alle nochmals an der Bar bei der Bergstation, wo mit einem letzten Drink auf
das Zillertal angestossen wurde.
Bereits um halb vier hatte der Buschauffeur seine Schäflein wieder zusammen und
startete die rund fünfstündige Fahrt Richtung Schweiz. Mit Musik, Video,
Plaudern, Lesen und Schlafen machten wir es uns bequem, bevor wir in
St.Margrethen ein letztes Mal an diesem Wochenende feste Nahrung zu uns nahmen.
Gegen 22.00 Uhr erreichte der Bus Oberentfelden, man verabschiedete sich und
machte sich heimwärts, um den fehlenden Schlaf raschmöglichst nachzuholen.
Alles in allem war damit auch die Ausgabe 2001 unserer mittlerweile 12-jährigen
Tradition ein Erfolg für alle; die Erinnerungen daran werden in den einen oder
anderen Köpfen sicher noch für längere Zeit verweilen. Bis zum nächsten Jahr!
Marco Müller